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Dienstag, 7. Dezember 2010

Die Stinkfrucht

Herbstzeit ist hier nicht nur Haarige-Krabben-Zeit sondern auch Stinkfrucht-Zeit. Immer wieder lustig zu beobachten sind die Extraverkäufer in den Supermärkten, die nur dafür da sind, die stachlige Stinkfrucht in Pappen einzupacken, so dass sie ohne Schaden anzurichten, nach Hause transportiert werden kann. Natürlich heißt die Stinkfrucht nicht Stinkfrucht, sondern hat einen thailändisch klingenden Namen, aber dem Geruch nach hat sie diesen Namen verdient, denn in der Obst- und Gemüseabteilung riecht es nach nichts anderem. Bestimmte südostasiatische Airlines verbieten aus Gründen der Geruchsbelästigung die Mitnahme der Stinkfrucht im Handgepäck. Leider hat neben dem Geruch auch der Geschmack nicht überzeugt.

Zubereitung des Riesenradieschens


Fotografische Dokumentation zur Zubereitung einer beliebten nordchinesischen Vorspeise

 1. Unser Hausbeil- eine der wenigen Küchenutensilien in Fangzhuang
 2. Was ist das? Es ist so groß wie ein Handball und grün und wurde soeben bei Carrefour erworben.
 3. Die Schlachtung beginnt. 
 4. Es ist ein Riesenradieschen! Was bei uns in Deutschland in ganz klein gibt, gibt es hier in riesengroß. Und die Chinesen lieben es wie alles Scharfe!
5. Zubereitung des Dips aus Reisessig und Zucker und fertig ist der chinesische Riesenradieschensalat.

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Straßenküche

Was sind die Pekinger Alternativen zum Döner? Chinanudeln? Nein, gibt’s hier nirgendwo auf der Straße zu kaufen. Hier ein kurzer kulinarischer Stadtführer. 



Süßkartoffeln aus dem dreirädrigen Ofen. Es riecht nicht schlecht, scheint aber eine ziemlich trockene Angelegenheit zu sein. Wenn der Smog zu schlimm wird, sollte man sich an der Bushaltestelle immer neben einen solchen gutriechenden Ofen stellen.

Der Trinkjoghurt to go ist eigentlich ganz lecker, aber wir trauen uns nicht mehr an ihn ran, da er mit Vorliebe vor dem Verkauf viele Stunden oder auch Tage in der prallen Sonne gelagert wird.

Verbrannte Fleisch- und Eingeweidepieße mit brauner Soße sind das liebste Abendessen der Bewohner Fangzhuangs. Schon beim Geruch wird einem schlecht.

Kandierte Fruchtspieße 

 Verbrannte Maiskolben

Zuckerwatte ist neben Popcorn und Fruchtspießen die dritte Sachen, die chinesische Kinder unbedingt haben wollen. 

Bouzi- ausgesprochen Bauze- ist DAS Frühstück in Peking aus dem Dampfkörbchen. Sie schmecken eigentlich genau wie Hefeklöße, sind aber mit Fleisch gefüllt. Schon alleine dem Namen nach, müssten Bauzes eigentlich aus Berlin kommen.


Die rote Wurst 


Der Ei-Wrap sieht aus wie ein Crepe, besteht aber nur aus Ei. In den Wrap wird später Salat eingewickelt und manchmal auch die rote Wurst. 

Samstag, 27. November 2010

Haarige Krabbe

In Deutschland gibt es die Erdbeerzeit und die Spargelzeit, hier gibt es die Zeit der haarigen Krabbe. Pünktlich zum Herbstbeginn beginnt ihre Saison und jeder möchte sie essen. Ob mit oder ohne Haaren haben wir nicht nicht herausgefunden. Bevor sie unter die Stäbchen kommt, wird sie in Ingwer geschmort. Besonders Shanghai ist verrückt danach. Dort liebt man die haarige Krabbe so sehr, dass in der Stadt riesige haarige Pappkrabben aufgebaut werden.

Das Seeohr

In Shanghai haben wir es lebendig gesehen: das Seeohr! Eine der teuersten Spezialitäten, die man hier essen kann. Hierfür zahlt der Gourmet-Chinese hundert Euro pro Stück. Im Internet lernt man, dass sein Geschmack nach Haselnüssen und Meer es so begehrt machen und man es entweder wie ein Steak klopft oder wie die Japaner in feine Streifen schneidet. Na dann guten Appetit.  

 Seeohrfamilie

Seeohr auf der Flucht 

Donnerstag, 18. November 2010

Ein paar Tischregeln

Auch beim Essen gibt es hier noch viel falsch zu machen, selbst wenn man wie wir vom Stäbchen-Beginner zum Einzelne-Erdnuss-mit-Stäbchen-Esskönner geworden ist.  Dabei handelt es sich nicht um deutsche Pseudoregeln à la wie das Besteck liegen muss, damit der Kellner sieht, dass es geschmeckt hat. Nein, diese Regeln hier werden tatsächlich von jedem befolgt und kennt man sie nicht, kann man sich mal wieder ganz schön peinlich machen.

Regel Nr. 1: Am Tisch darf nicht die Nase geputzt werden. Das findet man hier eklig. Dafür muss man auf die Toilette gehen. Und wenn man eine Erkältung hat, dann hat man eben ein Problem. Dafür ist am Tisch aber lautes Rülpsen erlaubt, denn das zeigt, dass es schmeckt.

Regel Nr. 2: Der Giesser der Teekanne zeigt immer von den Menschen am Tisch weg. Zeigt der Giesser auf die Menschen bringt das Unglück.

Regel Nr. 3: Die Stäbchen dürfen nie einfach so aus Langeweile in die Reisschüssel gesteckt werden. Denn das soll aussehen wie ein chinesisches Grab. Und das bringt Unglück.

Regel Nr. 4: Bei einem Geschäftsessen muss der Fischkopf des bestellten Fischs auf den Laoban- den Chef- zeigen. Anderenfalls bringt es Unglück.

Regel Nr. 5: Es wird sich demonstrativ auch unter Anwendung von scheinbar körperlicher Gewalt in einer Art Scheinkampf darum gestritten, wer die Rechnung bezahlen darf.

Regel Nr. 6: Der Kellner (Fuwuyuan) ist ein Untermensch und muss angeschrien werden. Bereits in der Sprachschule hier lernt man das Wort „Fuwuyuan“ nur in geschriener Aussprache.  Auch darf der Fuwuyuan von den Gästen in normalen Restaurants kaum beachtet werden. Nur Touristen sagen "Danke", wenn etwas auf den Tisch gestellt wird. Der Fuwu kann sich bestenfalls von Chinesen über ein zweimaliges Tippen auf den Tisch freuen. 

Regel Nr. 7: Es wird nicht alles aufgegessen. Das gilt besonders bei privaten Einladungen. Das zeigt nämlich dem Gastgeber, dass er zu wenig Geld hat um seine Gäste üppig zu bewirten. Ebenso sollte man nur im Notfall am Ende des Essens etwas Reis essen, denn auch das zeigt wieder, dass der noch hungrige Gast zur langweiligen billigen Sättigungsbeilage greifen muss. 


Samstag, 13. November 2010

Was gibt es heute zu essen?

Leider eindeutig zu teuer: das Pendant zu unserem Kavier ist hier die Seegurke. Für rund 300 Euro kann man ein paar kleine Seegürkchen kaufen. Noch teurer ist nur noch das Seeohr.
Heute im Angebot: frische Schweinefüße
Warum müssen Brathähnchen immer rosa sein. Hier gibt es sie auch in schwarz. Möglicherweise ein "Tausenjähriges Brathähnchen", das Pendant zu den ebenfalls schwarzen "Tausenjährigen Eiern"
Bei uns gibt es Kaugummi, hier gibt es Hühnerfüße. Die Konsistenz soll ganz ähnlich sein. Wem die Menge hier zu groß und zu roh ist, kein Problem, Hühnerfüße gibt es auch geräuchert, gewürzt und in lustige bunte Tütchen eingepackt im Snackregal zwischen Erdnüssen und Schokolade. 
Chinesen kaufen gerne lebende Tiere. Wenn diese auf dem Nachhauseweg unangenehm werden oder von im Supermarkt von der Warenauslage krabbeln könnten, werden sie einfach mitnehmfertig gefesselt.  
 Ein Paradies für Papa: verschiedene Chilischoten soweit das Auge reicht. 

Mittwoch, 10. November 2010

Jauzi


Das hier koennten wir jeden Tag essen. Dumplings oder auch Jauzi wie man sie hier nennt, gibt es mit allen erdenklichen Fuellungen und ist das traditionelle Gericht zum chinesischen Neujahrsfest. Die Handhabung mit Staebchen ist nicht ganz leicht, da die Dinger nicht nur schwer sondern auch glitschig sind. Aber wie wir haben jetzt erfahren haben, ist es auch unter Chinesen legitim Jauzis einfach mit dem Staebchen aufzuspiessen. Danach wird das Ganze dann in einen Essig gedipt. Klingt eklig, ist aber lecker! 

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Chinesen und Essen II



Essen ist eines der wichtigsten Themen hier. Man redet hier nicht übers Wetter sondern über das letzte Essen. Die Begrüßung am Mittag heißt auch übersetzt so viel wie "Hast Du schon gegessen?" Die Chinesen essen Mittag gegen 12 Uhr! Das ist ganz wichtig. Möchte man mit seinen Kollegen kurz nach Zwölf zum Mittag ist es sehr wahrscheinlich, dass in den nahe gelegenenden Restaurants alle Tische belegt sind. Zwar ist die Auswahl an Restaurant riesig, um sich aber unnötige Wege zu ersparen, gehen wir meist ab 12:30 zum Mittag, wenn sich die Lage dann auch schon wieder entspannt hat. Heute waren M. und ich aber zum Beispiel auch schon zu spät als wir um 14 Uhr essen wollten; es war bereit geschlossen. Gefunden haben wir kurze Zeit später etwas ganz in der Nähe und wie das hier so ist beim Bestellen und Essen, hatten wir mal wieder Unerwartetes auf dem Tisch; Dumplings süß gefüllt. Ein bisschen Überraschung ist es immer wenn man nur nach Bildern bestellen kann, oder Andere für einen bestellen. 

Im Allgemeinen haben die Nordchinesen ähnliche Zutaten wie wir. Sie machen viel mit Weizenmehl, Kohl, Fleisch und Gemüse, aber es kommen ganz andere Gerichte dabei raus. Das wichtigste Motto lautet: Das Tier wird von Kopf bis Fuß gegessen. Es gibt übrigens ein Sprichwort in China das heißt: Man kann alles essen, was fliegt, außer Flugzeuge. Man kann alles essen, was Beine hat, außer Tische und Stühle und man kann alles essen, was schwimmt, außer Schiffen. 
Meine persönlichen kulinarischen Neuheiten in den ersten 4 Wochen schließen ein : Entenfüße, Entenleber, Seegrasssalat, Frösche, Schafsfleisch, Kuhmagen, Fischhaut und Fischhautimitat, Melone mit scharfer Soße, Fruchtjelly, Lotuswurzel, fritiertes Schweinefett, Schweineohr gekocht ... Highlights, die man auf Speisekarten sieht, aber noch einen Bogen um sie macht sind z.B. Penis süß-sauer, Seegurke oder auch Bambuswürmer. 

Samstag, 16. Oktober 2010

Mysteriöser Miniapfel

Liebe Mamas, Omas und andere pflanzenkundige Menschen: Was ist das? Es ist klein, grün oder braun und schmeckt wie ein Apfel hat aber einen Kern (und es macht Bauchschmerzen- wird es deshalb vielleicht bei uns nicht gegessen?). Diese Früchte werden hier gerade massenweise verkauft. 

Freitag, 8. Oktober 2010

Chinesen und Essen




Chinesen essen für ihre Leben gerne und auch ärmere Leute essen in Beijing fast nur außer Haus. Auch stimmen die Gerüchte, dass Chinesen so ziemlich alles von einem Tier essen. Zudem kommen auch hier Tiere auf den Tisch, die wir mit Insektenvernichtungsmitteln bekämpfen oder als Haustiere halten (aber das zweite kommt eher im Süden des Landes vor. Chrisis Chef hat uns erklärt, dass im Süden Chinas das Motto herrscht, man könne alles essen, dessen Rücken zum Himmel zeigt.) Auf den ersten Fotos sieht man appetitliche Skorpion- und Seesternspieße sowie Seidenraupen und Käfer. Die letzten Bilder entstanden bei einem echt chinesischen Essen nach unserem Ausflug zur großen Mauer. Wir haben einen Hahn bestellt, der vollständig zerstückelt und noch mit Kopf und Füßen serviert wurde (der Kopf soll besonders gut sein, aber wir haben uns nur an den Hahnenkamm gewagt.) Dazu gab es unter anderem die schwarzen Tausendjährigen Eier. Die sind zwar nicht 1000 Jahre alt, aber werden einen längeren Zeitraum in irgendwas eingelegt, dass die Schale zersetzt und das Ei in schwarzen Wackelpudding verwandelt. An unserem zweiten Tag in Beijing haben wir uns bereits an Entenschwimmhäuten versucht. Das eklige war, dass diese kalt serviert wurden. Aber all das ist nicht gegen Maden, Quallen und Seegurken, die man genauso auf den Speisekarten findet.