Posts mit dem Label Deutsches in China werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Deutsches in China werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 4. Dezember 2010

Lost in Translation

Auch Unternehmen begehen immer wieder den Fehler ihren eigentlichen Markennamen auch in China zu verwenden. Und diese hören sich dann für Chinesen oft sehr merkwürdig an oder die Zeichen, die zur Übersetzung verwendet werden, haben einzeln ausgesprochen plötzlich eine negative Bedeutung, die den einen oder anderen abergläubischen Chinesen vom Kauf des Produkts abhält. 
So hatte das Unternehmen Hoechst hier das Problem, dass der Name in einigen Provinzen wie „Ich will Dich betrügen“ und in anderen ungünstigerweise als „Hitler“ verstanden wurde.  Positiv hat es Siemens gemacht, die sich hier xi men zi (sprich chimense) nennen, was nicht nur so ähnlich wie der eigentliche Markenname klingt, sondern auch so viel wie „Tor zum Westen“ bedeutet. Oder BMW, deren Name hier bao ma ist, was „kostbares Pferd“ heißt. Damit haben sie sich eine größere Beliebtheit in China erarbeitet haben als anfangs Mercedes, die den großen Fehler begangen hatten sich einfach Mercedes zu nenen, wobei das „ce“ wie das chinesische „tot“ klingt. Heute nennen sie sich ben shi (von Benz), was als „schnell und sicher fahren“ verstanden wird.

Samstag, 27. November 2010

Weihnachtsmarkt!

Heute haben wir wieder deutschen Boden betreten. Nein, nicht in Deutschland sondern anlässlich des Deutschen Weihnachtsmarkts in der Deutschen Botschaft in Peking. Es ist schon seltsam plötzlich wieder so viel Deutsch zu hören, alles zu verstehen und von allen verstanden zu werden. Ein ganzes Jahr über organisieren mitgebrachte deutsche Ehefrauen hier einen Weihnachtsmarkt mit allem was dazu gehört - von Glühwein über Adventskränze bis hin zum (chinesischen) Posaunenchor. Vor allem ist der Weihnachtsmarkt eine einzige Werbeveranstaltung von in Peking ansässigen deutschen Unternehmen, die den ganzen Spaß sponsoren. Gleich nach der umfangreichen Personenkontrolle am Eingang begrüsste uns die "VW Currywurst". Weiter ging es mit dem "Siemens Glühwein"-Stand und dem Verkauf der bekannten "Deutschen Außenhandelskammer Lebkuchenhäuser". Weiter hinten gab es dann das beliebte "Schenker Bier" und natürlich durfte auch Schindler, der Pekinger Wurstimperator nicht fehlen, dem der deutsche Supermarkt und mehrere deutsche Restaurants in der Stadt gehören - unter anderem "Schindlers Tankstelle", die ein uns besuchender Wiesbadener Waiguoren mal sehr treffend mit "Schindlers Gasstation" ins Englische übersetzte. (In diesem Zusammenhang müssen wir gleich mal einen indischen Restaurantbetreiber erwähnen, der uns letzte Woche zu unserem ehemaligen großen Feldherren beglückwünschte und sich auf seine Hand für uns ein Hakenkreuz malte, um uns zu zeigen, dass es das auch in der indischen Kultur mit ein paar Punkten mehr geben würde.) 




Nach Kartoffelsalat mit Würstchen, dem Kauf von ein paar Pfannkuchen bei "Der Bäcker" und einem "Siemens Glühwein" ging es dann zurück ins unweihnachtliche China. 

Montag, 15. November 2010

"Packen Sie eine Erdbebentasche"

Auf der Internetseite der deutschen Botschaft in Peking werden Deutsche Expats aufgefordert, sich in einer Krisenvorsorgeliste einzutragen. Die Informationen, die dann folgen, erinnern an einen Katastrophenfilm. Als erster erfährt man:
Peking liegt – ebenso wie der größere Teil der VR China - in einem Gebiet, in dem aufgrund der plattentektonischen Gegebenheiten eine größere Erdbebengefahr besteht.

Die deutsche Botschaft rät dringlichst:
Mieten Sie keine Wohnungen in Hochhäusern ohne Erdbebensicherung oder in engen Gassen gelegene Häuser an. Bevorzugen Sie Stahlbetonbauweise und versuchen Sie die Möglichkeit auszuschließen, dass schlecht konstruierte Nachbarhäuser auf das angemietete Objekt stürzen könnten.
Die deutsche Botschaft würde also nicht empfehlen nach Fangzhuang zu ziehen?

Dann beschreibt die deutsche Botschaft das Gefahrenszenario, auf das man sich vorbereiten soll:
Dauer des Erdbebens etwas eine Minute ohne Vorankündigung so stark, dass man sich nicht auf den Beinen halten kann. Mehrere kräftige Nachbeben in den folgenden Stunden und Tagen. Die Wasser-, Strom- und Telefonleitungen sind unterbrochen. Auf den Straßen stellen zerrissene Stromleitungen eine Gefahr dar. In der näheren Umgebung kommt es zu kleinen Bränden, ggf. auch Großbrände und Explosionen. Es bestehen keine Möglichkeiten der Kommunikation per Telefon , E-Mail etc. - auch die Botschaft ist nicht zu erreichen und kann zunächst keinen Kontakt zu den im Land lebenden Deutschen aufnehmen!

Die deutsche Botschaft empfiehlt, immer eine "Erdbeben-Tasche" gepackt zu haben und empfiehlt den folgenden Inhalt:
Trinkwasser (ca. 4 Ltr. pro Person), haltbare Nahrungsmittel (Dosenöffner nicht
vergessen !), festes Schuhwerk, Schlafsack, Isoliermatte, Regenschutz (auch Plastikfolie),
Verbandsmaterial (incl. Einweghandschuhe und Mundschutz), Ausweispapiere (ggf. mit Kopien), Impfpass, Toilettenpapier, Bargeld, Kreditkarte, Taschenradio mit Ersatzbatterie, Stadtplan/Landkarte Ihrer Umgebung, Chinesisch-Wörterbuch, Medikamente, Taschenlampe mit Ersatzbatterien, Kerzen, Streichhölzer, Taschenmesser, Feuerzeug, Ersatzbrille, Plastiktüten, Kugelschreiber/Stifte, Papier, Armbanduhr, wichtige Schlüssel, Mobiltelefon, ggf. geringe Mengen an Notfall-Hygieneartikeln und Ersatzkleidung
Hinweis: Regelmäßig Trinkwassernotversorgung und Lebensmittel erneuern !

Spätestens jetzt hat die deutsche Botschaft jedem Deutschen große Angst gemacht und man trägt sich sofort wie wir in die Krisenvorsorgeliste ein. „Fangzhuang, Fangzhuang Park- Gegenüber der Polizeitstation“ und die einzige wirklich präzise Angabe, unsere Appartmentnummer.
Für den anderen wahrscheinlichen Krisenfall „politische Krise“ empfiehlt die Botschaft noch genaue Lebensmittel unter anderem:
FischkonservenFleischkonserven, Wurstkonserven, Knäckebrot, Zwieback, Salzstangen, Grieß, Butterschmalz, haltbares Brot (z.B. in Dosen) 

Aha liebe Botschaft, und wo bitte in Peking soll man das kaufen?!

Nach vier Seiten Horrorzenarien erfährt man dann auch noch:
Die Kosten der Evakuierung werden vom Bund verauslagt; die evakuierten Personen müssen die Kosten jedoch anteilmäßig erstatten (s.a. § 6 Abs. 2 Konsulargesetz).

An dieser Stelle musste einfach noch mal das Foto unseres Hausflurs veröffentlicht werden, (aber mit der guten Nachricht, dass dieses Haus hier sicher im Gegensatz zu all den neuen schönes gläsernen Appartmentkomplexen schon das letzte Erdbeben Anfang der 80er Jahre mit der Stärke 8,0 erlebt und überlebt hat. Es sieht nicht nur so aus, nein es ist auch so stabil wie ein Parkhaus.) Die Erdbebentasche haben wir also noch nicht gepackt. Wir sind ja jetzt auch erstmal in Shanghai. 


Donnerstag, 11. November 2010

Drei neue Weiguorens treffen ein

Vollbepackt mit guten Sachen (Lebkuchen, Haribo, Zeitungen, Spaghetti, Magarine,...) trafen diese drei deutschen Weigourens letzte Woche bei uns ein. Sie erwartete eine Woche Abenteuer Fangzhuang ohne Heizung - und am Ende sogar ohne Wasser.  



Mittwoch, 10. November 2010

Zhangyu Baoluo

Auch Orakel jeder Art finden Chinesen unglaublich spannend. So hat es Paul der Tintenfisch (hier als Zhangyu Baoluo bekannt) zu großer Popularitaet gebracht. Paul tritt hier zum Beispiel in Politiksatiren auf, in denen er neue absurde Ideen der chinesischen Regierung orakelt (hat die Zensur verschlafen). Gerade letztens erst hat sich ein bekannter chinesischer Boersenmakler einen Tintenfisch fuer Boersenspekulationen gekauft. Und wenn man Taxi in Peking faehrt, wird die Umfrage auf den Taxi-Touchscreens von Paul dem allwissenden Tintenfisch moderiert. Gerade wird hier in China uebrigens auch ein Thriller gedreht, der "Wer tötete Krake Paul?" heissen wird.  





Donnerstag, 28. Oktober 2010

Deutsche Marken in China

Alle unsere großen Konsumgütermarken sind natürlich bereits hier. Selbst die großen Milchproduktekonzerne machen nicht vor einer riesigen neuen Zielgruppe halt, in der 85% unter Laktoseintoleranz leiden. Gerade die Milchproduktebranche boomt, durchaus angetrieben durch die westliche Milchlobby, die nach neuen Absatzmärkten für ihre Überschüsse sucht. In fast jedem Supermarkt erwarten einen hier Probierstände, an denen Chinesen an Joghurts, Milch und Co herangeführt werden sollen und gleichzeitig schickt der chinesische Präsident mehrere Liter Milch in ein Bergwerk zu verschütteten Bergleuten, was der Bevölkerung zeigen soll: Milch rettet Leben.

Erst ist man etwas irritiert, wenn man durch den Supermarkt geht und die Logos sieht, weil man sich immer denkt, das irgendwo schon mal gesehen zu haben, nur ist es durch die Übersetzung in Zeichen etwas entfremdet. Allerdings kommen die Produkte etwas anders daher. Knorrbrühe schmeckt plötzlich nach Chinainstantnudeln, Maggi bietet Sojasoße an und Nivea profiliert sich hier vorallem über sogenannte Whitener-Produkte, die die Haut bleichen.

Chinesen in der Werbung hier sehen oft gar nicht chinesisch aus. Sie sind total weiß und haben große Augen und die Frauen verfügen sogar über so etwas wie Oberweite. Die Dachmarken wie Nestlé oder Unilever werden hier viel stärker in der TV-und Print-Werbung betont, wohl um den Bezug zum Westen herzustellen und die Marken dadurch attraktiver zu machen für eine Bevölkerung, die nach westlichen Marken strebt. 











Samstag, 16. Oktober 2010

Auf der Suche nach deutschen Lebensmitteln

Peking mag zwar eine Hauptstadt sein mit einer großen westlichen Community, wohnt man aber in Fangzhuang gestaltet sich die Suche nach etwas Essen, was unserem in Deutschland entspricht, als schwierig (Wieso trinkt man in Berlin am liebsten den ganzen Tag grünen Tee und geht asiatisch essen und kaum ist man hier will man Kartoffeln, Früchtetee und Schwarzbrot?).
Besonders mit dem Frühstück kann man sich hier schwer anfreunden. Die Chinesen essen morgens nämlich mit Fleisch gefüllt warme Klöße (Bauzi)- klingt zwar deutsch, gibt es aber leider zur falschen Tageszeit. Inzwischen haben wir eine französisch-chinesische Bäckerei gefunden, die ein leckeres dunkles Toastbrot backt. Auch „German Bread“ ist hier erhältlich, aber kann mal jemand den Chinesen sagen, dass wir unser Vollkornbrot in Deutschland nicht mit einer Tasse Zucker und Rosinen backen? Und dann haben wir noch Jenny Lou’s entdeckt- einen Supermarkt, den man findet, wenn man Langnasen auf der Straße auf ihrem Nachhauseweg von der Arbeit folgt.  Da kommt man in einem Supermarkt voller Spreewaldgurken, Hipp-Babygläschen und Milka-Schokoladen, was aber seinen Preis hat. Dennoch haben wir was gekauft (z.B. Früchtetee für umgerechnet 4 Euro, Spaghetti für 2 Euro, Pastasoße für 3 Euro). Leider verfügen wir zuhause nur über 2 Kuchengabeln, 2 Teelöffel und Essstäbchen, weshalb das große anschließende Spaghettiessen doch unerwartet  schwierig wurde. 

Freitag, 8. Oktober 2010

Ikea





Auch in Beijing gibt es natürlich Ikea. Hier könnte man glatt vergessen, dass man in China ist, wäre es nicht zehnmal so voll wie an einem Samstag in Deutschland zu Beginn der Semesterferien.  Im Restaurant mussten wir unsere Köttbullar im Stehen essen. Neben Köttbullar (die hier natürlich mal wieder viel günstiger sind) gibt es hier merkwürdige unschwedische andere Dinge für den chinesischen Geschmack. Wir haben uns erstmal schöne Lampen gekauft, um diese gegen die schrecklichen Halogenlampen einzutauschen, die es in den chinesischen Wohnungen gibt. 

Deutsches Essen in Beijing


Dafür gibt es in der Tat ziemlich viele Gelegenheiten, selbst in Fangzhuang. Im Landgraf wird man von Chinesinnen im Dirndl mit „Herzlich Willkommen“ begrüßt.  Zum Abschied gibt’s ein „Tschüss“ ,was vom Klang her dem Chinesischen „ qu si“ (sprich tschüsse) sehr ähnelt und so viel heißt wie „Geh sterben!“ Im ganzen Restaurant waren außer uns nur Chinesen.  Das Bier ist schweineteuer, denn damit lässt sich wohl das meiste Geld hier verdienen. Die chinesischen Gäste hatten fast alle gleich mehrere Gläser pro Person auf dem Tisch. 

Big countries rise

Nach meiner Chinesischlehrerin ist das Bild des Deutschen bei Chinesen, das eines sehr großen, fleißigen, gut ausgebildeten Menschen mit wenig Humor. Die Flagge der „Deguoren“ (was übersetzt ungefähr so viel wie „Menschen des Lands der Moral“ heißt) sieht man hier aber sehr oft auf Jacken und T-Shirt. Nur Italien ist hier präsenter (wir vermuten aber, dass das mit dem WM-Sieg und den in dem Zuge in China produzierten Fanartikeln zusammen hängt, die die Chinesen jetzt auftragen müssen).  

Als Langnase in Beijing


Westliche Menschen fallen hier, obwohl wir in der Hauptstadt sind, einfach auf. Jedenfalls fühlt man sich die ganze Zeit beobachtet. Man wird jetzt nicht direkt angestarrt,  was auch gar nicht der chinesischen Mentalität entsprechen würde, aber wenn man im Bus oder auf der Straße hoch schaut merkt man, dass sofort zahlreiche Augenpaare sehr ertappt wegschauen. Als Europäer ist man ein beliebtes Fotomotiv. Besonders unseren blonden Besuch aus Tübingen fanden die Chinesen wahnsinnig spannend („Ohhhh piao liang!“ /heißt "sehr hübsch"). Wenn wir mit unseren Blondinen unterwegs waren, hatten wir plötzlich keine Probleme mehr ein Taxi zu bekommen. Allerdings gestaltete sich die Situation dann oft so, dass man sofort mitgenommen wurde (hauptsache die blonden Ausländer im eigenen Taxi haben) und sich dann später herausstellte, dass die Fahrer die Zieladresse gar nicht kannten.