Peking ist eine Stadt, die sich rasend verändert. Mit einem Stadtführer aus dem letzten Jahr muss man eigentlich gar nicht erst losziehen. Wenn die Chinesen eines haben, dann ist es Manpower. Wenn auf einem Gebäude das Zeichen für "Abriss" prangt, dann kommen Busse voller Landarbeiter, für die in wenigen Stunden Unterkünfte aufgebaut werden und am nächsten Tag ist das Gebäude schon weg. Oft steht an selbiger Stelle schon 2 Wochen später ein einzugsbereites Hochhaus. Auch in Fangzhuang wurde eines Tages im Innenhof ein Landarbeiterzeltstadt aufgeschlagen mit dem Ziel Fanghuang Park im Rahmen der Möglichkeiten zu verschönern. Nach rund einer Wochen waren alle Pflastersteine auf Wegen und Straßen ausgetauscht, obwohl diese vorher absolut in Ordnung waren.
Auf der Arbeit wunderte man sich an einem Tag über die kratzende Geräusche auf dem Dach. Auf Nachfrage hin wurde einem mitgeteilt, dass das Gebäude gerade abgerissen wird. Dass in den untersten Etagen noch gearbeitet wurde, schien kein Problem darzustellen. Man hatte ja keine Zeit zu verlieren. An meinem letzten Arbeitstag wurde mir das neue Büro ein paar Straßen weiter gezeigt, ein Rohbau aus nacktem Beton mit Kabeln, die überall aus den Wänden hingen. Hier sollte eine große Bürogemeinschaft in einer Woche einziehen? Meine Bedenken konnte niemand teilen. Mein Chef sagte nur "Das ist übermorgen fertig. Wir sind in China."
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Freitag, 10. Dezember 2010
Dienstag, 7. Dezember 2010
Deo
Ein Einkauf in der Drogerieabteilung der Supermärkte ist immer wieder ein Erlebnis. Handelt es sich bei einem Produkt um ein Shampoo, eine Bodylotion, eine Handseife oder ist es vielleicht doch ein Duschgel? Insgesamt kann man sagen, dass es zumindest all das irgendwo hier gibt, aber eine Sache gibt es nicht: Deos. Nur einmal haben wir ein europäisches Importprodukt gefunden, was ziemlich einsam zwischen Rasierern und Shampoo-Bodylotion-o.ä. herumstand. Auch wenn man das chinesische Wort für Deo "清香剂" einmal googelt, findet man nur solche Produkte (siehe Foto) und da wissen wir was das ist, denn so ein Ding steht auf unserem Toilettenspülkasten. Deos scheinen hier also ausschließlich Raumdeos zu sein.
In einem Buch über China haben wir jetzt gelesen, dass man Deos hier auch gar nicht braucht, denn Chinesen fehlen an bestimmten Stellen einfach die Schweißdrüsen, weshalb sie auch selbst bei heißen Temperaturen nicht nach Schweiß riechen. Das war uns auch schon aufgefallen. Und wenn man doch mit Schweißdrüsen an geruchsverursachenden Stellen geboren wird, dann gibt es spezielle Operationen, bei denen die Drüsen entfernt werden. Eine weitere unser vielen Fragen hat damit eine Antwort gefunden.
In einem Buch über China haben wir jetzt gelesen, dass man Deos hier auch gar nicht braucht, denn Chinesen fehlen an bestimmten Stellen einfach die Schweißdrüsen, weshalb sie auch selbst bei heißen Temperaturen nicht nach Schweiß riechen. Das war uns auch schon aufgefallen. Und wenn man doch mit Schweißdrüsen an geruchsverursachenden Stellen geboren wird, dann gibt es spezielle Operationen, bei denen die Drüsen entfernt werden. Eine weitere unser vielen Fragen hat damit eine Antwort gefunden.
Donnerstag, 18. November 2010
Arme Hundebabys
Hier sieht man leider echt oft Straßenverkäufer, die kleine Welpen einfach so vor Supermärkte oder Restaurants in viel zu kleinen Käfigen verkaufen.
Samstag, 13. November 2010
Donnerstag, 11. November 2010
Der Census ist da!
Wie man vielleicht deutschen Medien entnommen hat, findet derzeit in China in größte Volkszählung der Geschichte statt. Zwischen dem 1.Nov. und dem 10.Nov. machen sich 10 Millionen Chinesen auf, um 3 Milliarden Chinesen zu zählen. Chinesen müssen 10 demografische Fragen beantworten, Weiguorens (Ausländer) nur acht. Wir wollten allerdings an diesem großen Ereignis nicht teilnehmen, da wir hier immer noch nicht polizeilich gemeldet sind und der Census alle Informationen an die Polizei weitergibt. (Es ist weiterhin zu bezweifeln, dass irgendwer im Polizeirevier von Fangzhuang auf Englisch verstehen wird, was wir wollen. Daher haben wir uns diese interkulturelle Erfahrung bisher erspart. Allerdings wollen wir aber auch nicht die Konsequenzen kennenlernen.)
Auch wenn der Population Census seit Wochen mit einer glücklichen chinesischen Kleinfamilie wirbt, an der Umfrage und Zählung teilzunehmen, hatten wir mit dem ebenfalls nicht gemeldeten Besuch abgesprochen, dass wir die Tür nicht öffnen werden.
Vorgestern Abend war es dann soweit, allerdings hatte niemand mehr mit dem Census gerechnet. Beim Türklopfen kam Hoffnung auf, dass ein perfekt Englisch sprechender Chinese uns mitteilen würde, wann das Wasser wieder gehen werde, das fast seit 3 Tagen mehr oder weniger aufgrund eines Rohrbruchs abgestellt war. M. und T. gelang es noch, sich in der Dusche zu verstecken, aber ich wurde freudestrahlend von zwei alten dicken Census-Omas begrüsst und bekam den Fragebogen für Weiguorens in die Hand gedrückt. Diese Frauen waren genauso überrascht und aufgeregt wie ich (Weiguorens in Fangzhuang?!), so dass sie ganz vergaßen mich nach meiner polizeilichen Meldebescheinigung und meinem Reisepass zu fragen.
Als Dankeschön für die Kooperation gab es die Original Population Census Gemüseraspel, die uns jetzt immer daran erinnern wird, dass wir bei der weltgrößten Volkszählung mitgezählt wurden.
Auch wenn der Population Census seit Wochen mit einer glücklichen chinesischen Kleinfamilie wirbt, an der Umfrage und Zählung teilzunehmen, hatten wir mit dem ebenfalls nicht gemeldeten Besuch abgesprochen, dass wir die Tür nicht öffnen werden.
Vorgestern Abend war es dann soweit, allerdings hatte niemand mehr mit dem Census gerechnet. Beim Türklopfen kam Hoffnung auf, dass ein perfekt Englisch sprechender Chinese uns mitteilen würde, wann das Wasser wieder gehen werde, das fast seit 3 Tagen mehr oder weniger aufgrund eines Rohrbruchs abgestellt war. M. und T. gelang es noch, sich in der Dusche zu verstecken, aber ich wurde freudestrahlend von zwei alten dicken Census-Omas begrüsst und bekam den Fragebogen für Weiguorens in die Hand gedrückt. Diese Frauen waren genauso überrascht und aufgeregt wie ich (Weiguorens in Fangzhuang?!), so dass sie ganz vergaßen mich nach meiner polizeilichen Meldebescheinigung und meinem Reisepass zu fragen.
Als Dankeschön für die Kooperation gab es die Original Population Census Gemüseraspel, die uns jetzt immer daran erinnern wird, dass wir bei der weltgrößten Volkszählung mitgezählt wurden.
Wenn jetzt jeder Teilnehmer einer Gemüseraspel bekommt, dann sind das ja 3 Milliarden Gemüseraspeln.......
Chinesisches Rudern
C. hat uns netterweise zum Anlass seines Geburstags ueber den Houhaisee gerudert. Hier waren wir nicht nur begehrtes Fotomotiv der anderen Bootsfahrer, sondern auch Vorzeigebeispiel wie man eigentlich überhaupt rudert. Chinesen nehmen gerne nur ein Ruder, rudern stehend in kippelnden Booten oder staksen ohne auf Grund zu kommen wie eine venezianischer Gondolier über den See. Aber Dank der chinesischen Kopiermentalitaet wurde die deutsche Rundertechnik schnell erlernt und übernommen.
???? Zu zweit im Stehen rudernde Chinesen
Businessmeeting auf hoher See mit unbegabtem Ruderassistenten
Abgeschaut und dazugelernt! Der Business-Chinese lässt es sich nicht nehmen, die soeben kopierte deutsche Technik gleich selber auszuprobieren und das deutsche Boot schadenfroh zu überholen. Nach chinesischer Art wird er nun diese Fähigkeit üben, ausbauen und Kleinkindern ab dem Windelalter an beibringen...und schon ist der nächste Olympiasieger im Rudern ein Chinese.
Typische chinesische 1-Kind-Familie: verhätscheltes Einzelkind mit vollkommener Narrenfreiheit darf fremde Boote mit seinem Elektroboot in hohem Tempo über den See schieben. Am liebsten natürlich das Boot mit den spannenden Weiguorens.
Montag, 25. Oktober 2010
Waiting for Godot
Das haben wir extra für J. besucht und es war gar nicht schlecht da. Es hat sich als ein Café herausgestellt, was genauso gut in Mitte sein könnte. Es gibt Spaghetti für 3 Euro umgerechnet und man kann hier gut beobachten, dass auch Chinesen auf Apples stehen und riesige schwarze Nerdbrillen für stylisch halten. Haben wir also ein bisschen dort auf Godot gewartet...
Kleine Sonne
Wir haben einen neuen Mitbewohner, der uns hilft die kalte Zeit bis die Regierung die Heizungen anstellt, zu ueberleben. Xiao Re ist von der chinesischen Qualitaetsmarke Midea, hat nur 100 Yuan gekostet und frisst riesige Mengen an Strom, was wir jeden Tag auf unserem Stromzaehler fasziniert beobachten koennen. Unser Stromverbrauch hat sich jetzt quasi verdreifacht- aber es ist warm (zumindest in einem Zimmer). Seit gestern ist nun aber auch das Raetsel um die Fernbedieung der Klimaanlage mit den chinesischen Zeichen geloest und wir wissen, wie man mit der Klimaanlage 30 Grad machen kann. Xiao Res Zeit scheint also schon vorbei zu sein (wenn es nach C. ginge). Inzwischen hat sich aber herausgestellt, dass man Xiao Re Dank der in Deutschland sicher verbotenen Verkleidung aus Metalldraehten (die naemlich so richtig heiss werden) auch als Toaster verwenden kann.
Samstag, 16. Oktober 2010
Kalt
Auch wenn es tagsüber noch schön warm ist, sind die Nächte wirklich kalt. Unsere Wohnung liegt leider auch noch zur Nordseite und es ist hier nun so kalt, dass man einen Wollpulli braucht. Es ist fast so kalt wie draußen nur ohne Wind. Die Idee eine Wärmflasche mitzunehmen, war bisher eine der besten überhaupt. In Peking werden die Heizungen je nach Wohnviertel erst im späten Herbst angeschaltet. In Fangzhuang wird das der 15. November sein. Noch vier Wochen... Leider kann man sich auch unter der Dusche nicht wirklich aufwärmen, denn nach ca. 5 Minuten ist der vorgeheizte Boiler leer und das Wasser kalt. Aus dem Bedürfnis heraus endlich mal so lange zu duschen wie man möchte und sich einfach mal richtig aufwärmen zu können, haben wir gestern Abend eine Hotel-Spa-Besichtungstour gemacht auf der Suche nach einer Sauna und 24-Std. heißem Wasser zu einem angemessenen Preis. Doch leider wollten die Hotels ihre Saunen nicht unter 25 Euro an Nicht-Hotelgäste hergeben. Saunen sind hier in China nicht üblich, ebenso selten findet man öffentliche Schwimmbäder. Bleiben nur die Hotels. Als ich der chinesischen Spa-Frau auf der einen Besichtigung erzählt habe, dass Mann und Frau sich in Deutschland die Sauna teilen, hat sie ganz entsetzt mit den Augen gerollt. Noch sind 25 Euro gefühlt zu viel. Mal sehen wie wir das in zwei Wochen sehen...
8 Euro
Für arme Stundete ist das Leben in Chinas Hauptstadt ein Traum. Für 8 Euro bekommt man in Beijing z.B. ein wunderschönes vollständiges Kalligrafieset mit Pinseln, verzierten Tuschesteinen , einem Stempel aus echter Jade, Wasserschälchen, Papier und zusätzlicher roter Tusche in einem verzierten Stoffkasten (gekauft in einem Werkstatt für Kalligrafiebedarf in einer alten Hutonggasse.)
ODER Eine Rückenmassage (30min. ) plus Fußmassage (30 min.) plus Maniküre (30 min.) bei Lily’s Nails in Chaoyang.
ODER einen Cocktail in der Rooftopbar des Grand Hyatt Hotels im Central Business District im 65. Stock mit toller Aussicht (inklusive dem schönsten chinesischen Cecor= WC, das wir in den letzten Wochen gesehen haben, das für alle gelb, braun und rot gesprenkelten Stehtoiletten entschädigt.)
ODER ein üppiges leckeres Essen für 3 Leute in einem normalen Restaurant in Fangzhuang.
ODER ein üppiges leckeres Essen für 3 Leute in einem normalen Restaurant in Fangzhuang.
Wochenendbeschäftigungen für chinesische Kinder
Wir haben einen Park entdeckt, der voll von chinesischen Kleinfamilien ist. Die Kinder sitzen allesamt im Park verteilt und malen unter Anleitung der Eltern den Tempel, die Brücke oder die Bäume. Ob sie das wollten oder gezwungen wurden, war nicht ersichtlich. Schon beim Himmelstempel haben wir ähnliches beobachtet. Hier hatte eine Mutter ihren Sohn inmitten der Menschenmassen der Nationalfeiertage auf eine Decke vor den Himmelstempel zum Abmalen gesetzt. Möglicherweise auch um den anderen Chinesen zu zeigen, dass sie in der Lage ist sich mehrere Kästen von Faber-Castell Stiften zu leisten, denn Chinesen zeigen besonders gerne über Marken, dass sie es "geschafft" haben.
Dienstag, 12. Oktober 2010
Bus fahren
...koennen wir inzwischen auch, obwohl das fuer westliche Menschen eine grosse Herausforderung ist (nicht nur wegen der Ueberfuellung und der fehlenden Beinfreiheit), da die Stationen auf den Fahrplaenen alle in Zeichen geschrieben sind. Dank Yang sind mir jetzt in der Lage mit den Bussen 37, 800 und 3 zu fahren. Besonders der Bus Nr. 3 ist ein sehr lustiger Bus, denn er garantiert angeblich allen Fahrgaesten einen Sitzplatz, weswegen er auch etwas teurer ist. (Funktioniert aber in der Praxis nicht. Jeder, der den chinesischen Berufsverkehr mal erlebt hat, kann darueber nur lachen.)
Auch ansonsten ist das Busfahren hier etwas anders als in Deutschland. Bevor der Bus kommt, sucht man die Nummer seines Busses auf dem Boden (diese sind dort mit weißer Farbe aufgemalt und durch Striche von den anderen Nummern, die dort halten, getrennt). Hat man seine Nummer gefunden, stellt man sich gleich mitten drauf oder hinten an die Menschenschlange an, die sich dort gebildet hat. Kommt der Bus ist alle Ordnung sofort zunichte denn alle stürmen, egal ob sie vorne oder hinten in der Schlange gestanden haben, in den Bus und der schnellste gewinnt.
Im Bus sitzt weiter hinten eine weitere Person, die dafuer zustaendig ist Fahrkarten zu verkaufen, die Fahrgaeste beim Ein- udn Aussteigen anzuschreien und - in meine Augen voellig sinnentleert- bei jedem Einfahren des Busses an eine Haltestelle eine rote Fahne aus dem Fenster zu haengen. Bei der Abfahrt wird dieselbe Fahne dann aus dem gegenueberliegenden Fenster gehalten und soll dem Strassenverkehr scheinbar anzeigen, dass der Bus jetzt gleich auf die Fahrspur wechseln wird, was voellig unnoetig ist, da sich im Pekinger Strassenverkehr niemand dafuer auch nur ansatzweise interessiert, einen Fahrspurwechsel anzuzeigen (und wenn ueberhaupt dann nur mit Hupe) oder ein Auto freiweillig auf die eigene Spur vorzulassen.
Auch ansonsten ist das Busfahren hier etwas anders als in Deutschland. Bevor der Bus kommt, sucht man die Nummer seines Busses auf dem Boden (diese sind dort mit weißer Farbe aufgemalt und durch Striche von den anderen Nummern, die dort halten, getrennt). Hat man seine Nummer gefunden, stellt man sich gleich mitten drauf oder hinten an die Menschenschlange an, die sich dort gebildet hat. Kommt der Bus ist alle Ordnung sofort zunichte denn alle stürmen, egal ob sie vorne oder hinten in der Schlange gestanden haben, in den Bus und der schnellste gewinnt.
Im Bus sitzt weiter hinten eine weitere Person, die dafuer zustaendig ist Fahrkarten zu verkaufen, die Fahrgaeste beim Ein- udn Aussteigen anzuschreien und - in meine Augen voellig sinnentleert- bei jedem Einfahren des Busses an eine Haltestelle eine rote Fahne aus dem Fenster zu haengen. Bei der Abfahrt wird dieselbe Fahne dann aus dem gegenueberliegenden Fenster gehalten und soll dem Strassenverkehr scheinbar anzeigen, dass der Bus jetzt gleich auf die Fahrspur wechseln wird, was voellig unnoetig ist, da sich im Pekinger Strassenverkehr niemand dafuer auch nur ansatzweise interessiert, einen Fahrspurwechsel anzuzeigen (und wenn ueberhaupt dann nur mit Hupe) oder ein Auto freiweillig auf die eigene Spur vorzulassen.
Inkognito in Peking
Wie bereits geschrieben ist gerade sehr schoenes Wetter und da bietet es sich sofort an, die Sonnenbrille aufzusetzen, um sich inkognito in Peking bewegen zu koennen (geht aber nur mit braunen oder schwarzen glatten Haaren und bis zu einer gewissen Koerpergroesse). Kaum hat man eine Sonnenbrille auf, ist man Chinesin. Man wird ploetzlich nicht mehr beobachtet und angestarrt und bekommt sogar die Flyer von Restaurants in die Hand gedrueckt, die Europaern von den Flyerverteilern sonst immer vorenthalten werden. Auch die Kartenverkaeuferin im Bus, die einen sonst schon immer argwoehnisch beim Einsteigen anschaut (irgendetwas wird der westliche Mensch ja sicher falsch machen und man muss es ihm dann wieder mit Haenden und Fuessen erklaeren) nimmt keine weitere Notiz von einem.
Allerdings habe ich inzwischen gelernt, dass es ein paar Sachen zu beachten gilt, um nicht doch "unangenehm westlich" aufzufallen trotz Sonnenbrillentarnung. Beim ersten Ausflug mit Sonnenbrille, habe ich mich gleich mal neben den Landarbeiter aufs Maeuerchen in die Sonne gesetzt, um auf den Bus zu warten und dabei gleich zwei Dinge falsch gemacht. 1. eine Stadtchinesin setzt sich niemals einfach so auf irgendwelche Maeuerchen. Sie legt wenn ueberhaupt vorher ein Taschentuch oder eine Tuete dort hin, auf die sie sich setzen wird. (Verstehe ich immer noch nicht, denn andererseits gehen sie auf die verdrecktesten stinkenden Stehtoiletten, die ich jemals gesehen habe.) 2. Eine Chinesin setzt sich niemals einfach so in die Sonne. Das Schoenheitsideal ist hier eine weisse Haut, weswegen auch sogenannte Whitener das meistverkaufte Schoenheitsprodukt in China sind. (Selbst unser Mitbewohner hatte eine solche Creme, gilt also auch fuer Maenner.)
Man stellt sich also besser in den Schatten, tippt wild auf seinem Handy rum (oder brüllt die ganze Zeit "wei wei wei" in sein Telefon) und traegt am besten T-Shirts, auf denen irgendein niedliches Tier, Monster etc. mit grossen Augen ist (hauptsache etwas, was einen anguckt).
Allerdings habe ich inzwischen gelernt, dass es ein paar Sachen zu beachten gilt, um nicht doch "unangenehm westlich" aufzufallen trotz Sonnenbrillentarnung. Beim ersten Ausflug mit Sonnenbrille, habe ich mich gleich mal neben den Landarbeiter aufs Maeuerchen in die Sonne gesetzt, um auf den Bus zu warten und dabei gleich zwei Dinge falsch gemacht. 1. eine Stadtchinesin setzt sich niemals einfach so auf irgendwelche Maeuerchen. Sie legt wenn ueberhaupt vorher ein Taschentuch oder eine Tuete dort hin, auf die sie sich setzen wird. (Verstehe ich immer noch nicht, denn andererseits gehen sie auf die verdrecktesten stinkenden Stehtoiletten, die ich jemals gesehen habe.) 2. Eine Chinesin setzt sich niemals einfach so in die Sonne. Das Schoenheitsideal ist hier eine weisse Haut, weswegen auch sogenannte Whitener das meistverkaufte Schoenheitsprodukt in China sind. (Selbst unser Mitbewohner hatte eine solche Creme, gilt also auch fuer Maenner.)
Man stellt sich also besser in den Schatten, tippt wild auf seinem Handy rum (oder brüllt die ganze Zeit "wei wei wei" in sein Telefon) und traegt am besten T-Shirts, auf denen irgendein niedliches Tier, Monster etc. mit grossen Augen ist (hauptsache etwas, was einen anguckt).
Smog reloaded
An diesem Wochenende war es nicht moeglich weiter als 200 Meter zu sehen. Nur die Hochhaeuser gegenuerber waren zu erkennen, jedoch sah man wieder durch den Dunst, dass eigentlich die Sonne schien. Am Samstagabend haben einem die Augen richtig gebrannt, wenn man laenger draussen war. Die Zahl der Menschen mit OP-Maske auf den Strassen ist in den Tagen deutlich gestiegen und Chrisi schlug vor, wir sollen uns vielleicht auch mal solche Masken kaufen.
Letzte Nacht ist dann der ganze Smog runtergeregnet und heute morgen sah man einen strahlend blauen Himmel (der sicher auch schon in den letzten Tagen zu sehen gewesen ist, waeren wir nicht in Peking).
Das Thema Smog scheint hier ein weiteres oeffentliches Tabuthema zu sein. Bei etwas Internetrecherchen (ueber VPN-Server natuerlich) erfaehrt man, dass die Zahlen der hier sogenannten “Tage mit blauem Himmel” regelmaessig geschoent werden. So soll es von diesen Tagen unglaubliche 245 im Jahr 2008 in Peking gegeben haben. Die deutsche Botschaft hatte wegen solcher falscher Zahlen wohl eine eigene Internetseite gelauncht, auf der serioese Wetterdaten der Stadt veroeffentlicht wurde. Diese Internetseite war dann etwas spaeter bereits nicht mehr aufrufbar. Im Internet findet man auch in einem Times-Artikel interessante Statistiken, die zeigen, dass die Anzahl der Raucher hier zwar seit jahren deutlich abnimmt, aber die Lungenkrebsrate um ein Vierfaches gestiegen ist.
Letzte Nacht ist dann der ganze Smog runtergeregnet und heute morgen sah man einen strahlend blauen Himmel (der sicher auch schon in den letzten Tagen zu sehen gewesen ist, waeren wir nicht in Peking).
Das Thema Smog scheint hier ein weiteres oeffentliches Tabuthema zu sein. Bei etwas Internetrecherchen (ueber VPN-Server natuerlich) erfaehrt man, dass die Zahlen der hier sogenannten “Tage mit blauem Himmel” regelmaessig geschoent werden. So soll es von diesen Tagen unglaubliche 245 im Jahr 2008 in Peking gegeben haben. Die deutsche Botschaft hatte wegen solcher falscher Zahlen wohl eine eigene Internetseite gelauncht, auf der serioese Wetterdaten der Stadt veroeffentlicht wurde. Diese Internetseite war dann etwas spaeter bereits nicht mehr aufrufbar. Im Internet findet man auch in einem Times-Artikel interessante Statistiken, die zeigen, dass die Anzahl der Raucher hier zwar seit jahren deutlich abnimmt, aber die Lungenkrebsrate um ein Vierfaches gestiegen ist.
Freitag, 8. Oktober 2010
Ikea
Auch in Beijing gibt es natürlich Ikea. Hier könnte man glatt vergessen, dass man in China ist, wäre es nicht zehnmal so voll wie an einem Samstag in Deutschland zu Beginn der Semesterferien. Im Restaurant mussten wir unsere Köttbullar im Stehen essen. Neben Köttbullar (die hier natürlich mal wieder viel günstiger sind) gibt es hier merkwürdige unschwedische andere Dinge für den chinesischen Geschmack. Wir haben uns erstmal schöne Lampen gekauft, um diese gegen die schrecklichen Halogenlampen einzutauschen, die es in den chinesischen Wohnungen gibt.
Donnerstag, 7. Oktober 2010
Smog
Auch diese Seite von Beijing dürften wir bereits kennenlernen, auch wenn es im Herbst wohl nicht so schlimm mit dem Smog sein soll wie in den Sommermonaten. Durch den Dunst sieht man an einer fernen, rötlichen Sonne und den Schatten noch, dass eigentlich schönes Wetter ist. An solchen Tagen heißt es Fenster geschlossen halten, denn draußen riecht es stechend brenzlig. Über die Nationalfeiertage hatte wir übrigens super Wetter, jedoch hat die Regierung hier wohl mit der chemischen Keule nachgeholfen wie wir erfahren haben. Letzten Winter haben die Chinesen sogar einen Schneesturm in Beijing erzeugt. Hier ist so einiges möglich.
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