Donnerstag, 11. November 2010

GWK goes Peking


GWK goes Große Mauer
GWK goes Verbotene Stadt
GWK goes Pagodenwald
Berühmte deutsche Popmusikband, die Chinesen sehr neugierig machte

Mittwoch, 10. November 2010

Ausflugsfotos des letzten Wochenendes




                                           Große Mauer Teil 2

                                          Houhaisee

    
                                          Houhaisee



                                          Pagodenwald
                                          

Nummern


Du brauchst ein Diplom? Einen Doktortitel? Eine Aufenthaltsgenehmigung? Eine Abtreibung? Quittungen? Dann kannst Du hier anrufen. Diese hilfreichen Nummern werden ueberall auf Pekings Strassen gepinselt und genauso schnell von Ordnungshuetern wieder uebermalt.

Seltsame Aschehaufen

In einer der letzten Naechte beobachteten wir immer wieder wie Chinesen an Ecken Papier und Spielgeld anzuendeten und danach um die Aschehaufen einen Kreis malten. Was einerseits hervorragend zur guten Pekinger Luftqualitaet beitraegt, hat andererseits die Absicht den toten Ahnen Geld zu schicken-quasi per Rauchuebermittlung. Dieses Ritual wird hier unter anderem in der Nacht des Winteranfangs nach dem chinesischen Mondkalender praktiziert. 



Aberglaube

Chinesen sind ein sehr aberglaeubisch Volk. Aehnlich wie bei den Deutschen auch, gibt es gute Zahlen oder weniger gute. Die Chinesen bringen es dann aber mit den Konsequenzen aus dieser Zahlenlogik zur Perfektion. Generell gilt hier: Die 4 ist schlecht, denn sie spricht sich auf chinesisch so aus wie "Tod". Die 3 ist aus unbekannten Gruenden nicht besser. 7,8 und 9 sind Glueckszahlen. Fuer Handynummern, die viele dieser guten Zahlen enthalten, muss man daher auch mehr bezahlen und sie sind generell schwerer zu bekommen. Nummern mit vielen 4ern werden nicht gerne angerufen. In Gebaueden kommt es nicht selten vor, dass der 3. und der 4. Stock einfach fehlen, da dort niemand arbeiten moechte. Meist fehlt dann auch noch gleich das 13. und 14. Stockwerk. Ungluecklicherweise wohnen wir im 14. Stockwerk, was ja für die Chinesen wie shi si - "sind tod"- klingen muss. 




Zhangyu Baoluo

Auch Orakel jeder Art finden Chinesen unglaublich spannend. So hat es Paul der Tintenfisch (hier als Zhangyu Baoluo bekannt) zu großer Popularitaet gebracht. Paul tritt hier zum Beispiel in Politiksatiren auf, in denen er neue absurde Ideen der chinesischen Regierung orakelt (hat die Zensur verschlafen). Gerade letztens erst hat sich ein bekannter chinesischer Boersenmakler einen Tintenfisch fuer Boersenspekulationen gekauft. Und wenn man Taxi in Peking faehrt, wird die Umfrage auf den Taxi-Touchscreens von Paul dem allwissenden Tintenfisch moderiert. Gerade wird hier in China uebrigens auch ein Thriller gedreht, der "Wer tötete Krake Paul?" heissen wird.  





Jauzi


Das hier koennten wir jeden Tag essen. Dumplings oder auch Jauzi wie man sie hier nennt, gibt es mit allen erdenklichen Fuellungen und ist das traditionelle Gericht zum chinesischen Neujahrsfest. Die Handhabung mit Staebchen ist nicht ganz leicht, da die Dinger nicht nur schwer sondern auch glitschig sind. Aber wie wir haben jetzt erfahren haben, ist es auch unter Chinesen legitim Jauzis einfach mit dem Staebchen aufzuspiessen. Danach wird das Ganze dann in einen Essig gedipt. Klingt eklig, ist aber lecker! 

Samstag, 30. Oktober 2010

Samstagsausflug - Die netten Seiten

Heute ging es zum "Park des duftenden Berges" ganz in den Norden von Peking. Empfohlen wird der Park besonders für den Herbst, da es hier so eine Art chinesischen Indian Summer gibt. Im Park ist unter anderem ein bekannter buddhistischer Tempel, den wir uns ansehen wollten. Für 10 Yuan Zusatzeintritt für den "Tempel der azurblauen Wolke" blieb dann auch die chinesische Masse vor der Tür und wir sahen zum zig-sten mal goldene Buddha, bunte Buddhas, Dickbauchbuddhas, gefährliche Bewachungsbuddhas, fröhliche Buddhas und Räucherstäbchen. Während viele hier unter dem Motto leben "Tempel? Kennt man einen, kennt man alle." arbeiten wir fleißig jedes Wochenende einen nach dem anderen ab.







Samstagsausflug - Die schrecklichen Seiten

Nicht nur wir hatten die Idee dieses Ausflugsziels für das Wochenende, nein, ganz Peking wollte die bunten Blätter in den Nordbergen sehen. Am Ticketverkauf war bereits Nahkampfstimmung angesagt. In die Ticketschlacht begaben sich daher auch nur die Ehemänner, Väter und Freunde, während die Frauen (lange) am Rand des Geschehens auf ihre Eintrittskarten warteten. (Es ist sehr gut einen großen Freund zu haben, denn da haben die Chinesen Respekt und etwas Angst. Ich musste nur kurz warten.) Im Park selber wälzte sich dann eine Menschenmenge die Berge hoch. Familien picknickten zwischen weggeworfenen Plastikflaschen am Rand  der Menschenmeute und jeder Busch war von jemandem belegt, der ein Foto davor machen wollte. 


Das alles war noch nichts gegen die Rückfahrt. An den Bushaltestellen stapelten sich die Menschen. Als wir einen Bus ergattert hatten, fuhren wir erstmal in den ersten Stau. Für 2 Busstationen haben wir 45 Minuten gebraucht zusammengefercht wie Tiere. Da kam dann schon erste Verzweifelung auf, wie man denn ohne Stadtplan, Reiseführer, generelle Orientierung und Ipod mit Beijing Taxiguide (alles Zuhause vergessen), eine Alternative finden könnten, um ans andere Ende einer Stadt zu kommen, die die Fläche von Thürigen hat. Am schlimmsten an der Sache war die Gelassenheit, mit der die Chinesen diese quasi Bus-Massentierhaltung in einem Bus, der sich nicht bewegte und in dem es immer heißer wurde, hinnahmen. 


Endlich schien sich doch jemand erbarmt zu haben und auf Chinesisch die Busbegleiterin gefragt zu haben, ob man denn auch zwischen den Stationen aussteigen dürfe, denn die Tür ging auf. Nach einem längeren Spaziergang an den Beginn des Staus, wurde wir Zeuge, wie illegale Taxifahrer Staus provozierten, um dann die entnervten ausgestiegenen Buspassagiere zu überteuerten Preisen nachhause zu fahren. Wieso bekommt man hier die Todesstrafe wenn man einen Panda tötet oder Mehrwertsteuerbelege fälscht, aber nicht für sowas? Wir haben es am Ende geschafft mit einem legalen Taxi (auch teuer) nachhause zu fahren. 



Donnerstag, 28. Oktober 2010

Deutsche Marken in China

Alle unsere großen Konsumgütermarken sind natürlich bereits hier. Selbst die großen Milchproduktekonzerne machen nicht vor einer riesigen neuen Zielgruppe halt, in der 85% unter Laktoseintoleranz leiden. Gerade die Milchproduktebranche boomt, durchaus angetrieben durch die westliche Milchlobby, die nach neuen Absatzmärkten für ihre Überschüsse sucht. In fast jedem Supermarkt erwarten einen hier Probierstände, an denen Chinesen an Joghurts, Milch und Co herangeführt werden sollen und gleichzeitig schickt der chinesische Präsident mehrere Liter Milch in ein Bergwerk zu verschütteten Bergleuten, was der Bevölkerung zeigen soll: Milch rettet Leben.

Erst ist man etwas irritiert, wenn man durch den Supermarkt geht und die Logos sieht, weil man sich immer denkt, das irgendwo schon mal gesehen zu haben, nur ist es durch die Übersetzung in Zeichen etwas entfremdet. Allerdings kommen die Produkte etwas anders daher. Knorrbrühe schmeckt plötzlich nach Chinainstantnudeln, Maggi bietet Sojasoße an und Nivea profiliert sich hier vorallem über sogenannte Whitener-Produkte, die die Haut bleichen.

Chinesen in der Werbung hier sehen oft gar nicht chinesisch aus. Sie sind total weiß und haben große Augen und die Frauen verfügen sogar über so etwas wie Oberweite. Die Dachmarken wie Nestlé oder Unilever werden hier viel stärker in der TV-und Print-Werbung betont, wohl um den Bezug zum Westen herzustellen und die Marken dadurch attraktiver zu machen für eine Bevölkerung, die nach westlichen Marken strebt.