Vollbepackt mit guten Sachen (Lebkuchen, Haribo, Zeitungen, Spaghetti, Magarine,...) trafen diese drei deutschen Weigourens letzte Woche bei uns ein. Sie erwartete eine Woche Abenteuer Fangzhuang ohne Heizung - und am Ende sogar ohne Wasser.
Donnerstag, 11. November 2010
Der Census ist da!
Wie man vielleicht deutschen Medien entnommen hat, findet derzeit in China in größte Volkszählung der Geschichte statt. Zwischen dem 1.Nov. und dem 10.Nov. machen sich 10 Millionen Chinesen auf, um 3 Milliarden Chinesen zu zählen. Chinesen müssen 10 demografische Fragen beantworten, Weiguorens (Ausländer) nur acht. Wir wollten allerdings an diesem großen Ereignis nicht teilnehmen, da wir hier immer noch nicht polizeilich gemeldet sind und der Census alle Informationen an die Polizei weitergibt. (Es ist weiterhin zu bezweifeln, dass irgendwer im Polizeirevier von Fangzhuang auf Englisch verstehen wird, was wir wollen. Daher haben wir uns diese interkulturelle Erfahrung bisher erspart. Allerdings wollen wir aber auch nicht die Konsequenzen kennenlernen.)
Auch wenn der Population Census seit Wochen mit einer glücklichen chinesischen Kleinfamilie wirbt, an der Umfrage und Zählung teilzunehmen, hatten wir mit dem ebenfalls nicht gemeldeten Besuch abgesprochen, dass wir die Tür nicht öffnen werden.
Vorgestern Abend war es dann soweit, allerdings hatte niemand mehr mit dem Census gerechnet. Beim Türklopfen kam Hoffnung auf, dass ein perfekt Englisch sprechender Chinese uns mitteilen würde, wann das Wasser wieder gehen werde, das fast seit 3 Tagen mehr oder weniger aufgrund eines Rohrbruchs abgestellt war. M. und T. gelang es noch, sich in der Dusche zu verstecken, aber ich wurde freudestrahlend von zwei alten dicken Census-Omas begrüsst und bekam den Fragebogen für Weiguorens in die Hand gedrückt. Diese Frauen waren genauso überrascht und aufgeregt wie ich (Weiguorens in Fangzhuang?!), so dass sie ganz vergaßen mich nach meiner polizeilichen Meldebescheinigung und meinem Reisepass zu fragen.
Als Dankeschön für die Kooperation gab es die Original Population Census Gemüseraspel, die uns jetzt immer daran erinnern wird, dass wir bei der weltgrößten Volkszählung mitgezählt wurden.
Auch wenn der Population Census seit Wochen mit einer glücklichen chinesischen Kleinfamilie wirbt, an der Umfrage und Zählung teilzunehmen, hatten wir mit dem ebenfalls nicht gemeldeten Besuch abgesprochen, dass wir die Tür nicht öffnen werden.
Vorgestern Abend war es dann soweit, allerdings hatte niemand mehr mit dem Census gerechnet. Beim Türklopfen kam Hoffnung auf, dass ein perfekt Englisch sprechender Chinese uns mitteilen würde, wann das Wasser wieder gehen werde, das fast seit 3 Tagen mehr oder weniger aufgrund eines Rohrbruchs abgestellt war. M. und T. gelang es noch, sich in der Dusche zu verstecken, aber ich wurde freudestrahlend von zwei alten dicken Census-Omas begrüsst und bekam den Fragebogen für Weiguorens in die Hand gedrückt. Diese Frauen waren genauso überrascht und aufgeregt wie ich (Weiguorens in Fangzhuang?!), so dass sie ganz vergaßen mich nach meiner polizeilichen Meldebescheinigung und meinem Reisepass zu fragen.
Als Dankeschön für die Kooperation gab es die Original Population Census Gemüseraspel, die uns jetzt immer daran erinnern wird, dass wir bei der weltgrößten Volkszählung mitgezählt wurden.
Wenn jetzt jeder Teilnehmer einer Gemüseraspel bekommt, dann sind das ja 3 Milliarden Gemüseraspeln.......
Chinesisches Rudern
C. hat uns netterweise zum Anlass seines Geburstags ueber den Houhaisee gerudert. Hier waren wir nicht nur begehrtes Fotomotiv der anderen Bootsfahrer, sondern auch Vorzeigebeispiel wie man eigentlich überhaupt rudert. Chinesen nehmen gerne nur ein Ruder, rudern stehend in kippelnden Booten oder staksen ohne auf Grund zu kommen wie eine venezianischer Gondolier über den See. Aber Dank der chinesischen Kopiermentalitaet wurde die deutsche Rundertechnik schnell erlernt und übernommen.
???? Zu zweit im Stehen rudernde Chinesen
Businessmeeting auf hoher See mit unbegabtem Ruderassistenten
Abgeschaut und dazugelernt! Der Business-Chinese lässt es sich nicht nehmen, die soeben kopierte deutsche Technik gleich selber auszuprobieren und das deutsche Boot schadenfroh zu überholen. Nach chinesischer Art wird er nun diese Fähigkeit üben, ausbauen und Kleinkindern ab dem Windelalter an beibringen...und schon ist der nächste Olympiasieger im Rudern ein Chinese.
Typische chinesische 1-Kind-Familie: verhätscheltes Einzelkind mit vollkommener Narrenfreiheit darf fremde Boote mit seinem Elektroboot in hohem Tempo über den See schieben. Am liebsten natürlich das Boot mit den spannenden Weiguorens.
Mittwoch, 10. November 2010
Nummern
Seltsame Aschehaufen
In einer der letzten Naechte beobachteten wir immer wieder wie Chinesen an Ecken Papier und Spielgeld anzuendeten und danach um die Aschehaufen einen Kreis malten. Was einerseits hervorragend zur guten Pekinger Luftqualitaet beitraegt, hat andererseits die Absicht den toten Ahnen Geld zu schicken-quasi per Rauchuebermittlung. Dieses Ritual wird hier unter anderem in der Nacht des Winteranfangs nach dem chinesischen Mondkalender praktiziert.
Aberglaube
Chinesen sind ein sehr aberglaeubisch Volk. Aehnlich wie bei den Deutschen auch, gibt es gute Zahlen oder weniger gute. Die Chinesen bringen es dann aber mit den Konsequenzen aus dieser Zahlenlogik zur Perfektion. Generell gilt hier: Die 4 ist schlecht, denn sie spricht sich auf chinesisch so aus wie "Tod". Die 3 ist aus unbekannten Gruenden nicht besser. 7,8 und 9 sind Glueckszahlen. Fuer Handynummern, die viele dieser guten Zahlen enthalten, muss man daher auch mehr bezahlen und sie sind generell schwerer zu bekommen. Nummern mit vielen 4ern werden nicht gerne angerufen. In Gebaueden kommt es nicht selten vor, dass der 3. und der 4. Stock einfach fehlen, da dort niemand arbeiten moechte. Meist fehlt dann auch noch gleich das 13. und 14. Stockwerk. Ungluecklicherweise wohnen wir im 14. Stockwerk, was ja für die Chinesen wie shi si - "sind tod"- klingen muss.
Zhangyu Baoluo
Auch Orakel jeder Art finden Chinesen unglaublich spannend. So hat es Paul der Tintenfisch (hier als Zhangyu Baoluo bekannt) zu großer Popularitaet gebracht. Paul tritt hier zum Beispiel in Politiksatiren auf, in denen er neue absurde Ideen der chinesischen Regierung orakelt (hat die Zensur verschlafen). Gerade letztens erst hat sich ein bekannter chinesischer Boersenmakler einen Tintenfisch fuer Boersenspekulationen gekauft. Und wenn man Taxi in Peking faehrt, wird die Umfrage auf den Taxi-Touchscreens von Paul dem allwissenden Tintenfisch moderiert. Gerade wird hier in China uebrigens auch ein Thriller gedreht, der "Wer tötete Krake Paul?" heissen wird.
Jauzi
Das hier koennten wir jeden Tag essen. Dumplings oder auch Jauzi wie man sie hier nennt, gibt es mit allen erdenklichen Fuellungen und ist das traditionelle Gericht zum chinesischen Neujahrsfest. Die Handhabung mit Staebchen ist nicht ganz leicht, da die Dinger nicht nur schwer sondern auch glitschig sind. Aber wie wir haben jetzt erfahren haben, ist es auch unter Chinesen legitim Jauzis einfach mit dem Staebchen aufzuspiessen. Danach wird das Ganze dann in einen Essig gedipt. Klingt eklig, ist aber lecker!
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